Tanzendes Mädchen

Im Laufe meiner Kindheit wurde in dem nordhessischen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, eine kleine Figur errichtet.
Als eine von vielen Werken des Künstlers Wilhelm Hugues stand sie eines Tages an einer recht zentralen Stelle des Dorfes.
Neugierig betrachtete ich das kleine metallene Mädchen oft und konnte mit ihr leider überhaupt nichts anfangen.
Ein Mädchen, das mit geschlossenen Augen hochkonzentriert eine Tanzhaltung einnimmt und passenderweise den Namen "Tanzendes Mädchen" trägt.
"Was soll denn daran so besonders sein? Ein Mädchen, das tanzt?" dachte ich oft, schaute sie irgendwann nur noch skeptisch, kopfschüttelnd und mit zuckenden Schultern an. Was wollte uns der Künstler damit nur sagen?
Anscheinend war das nichtexistente Verständnis so groß, dass ich in den letzten Jahrzehnten sogar die Existenz dieses Kunstwerkes vergaß.

 

Schon immer wurde an mir herumgezerrt, wenn sich irgendwo eine Tanzfläche befand und Musik lief.
Ich habe den Eindruck, je älter ich werde, desto weniger Verständnis wird dem entgegengebracht, dass es mich so wahnsinnig viel Überwindung kostet, zu tanzen.
Mit jedem Versuch, mich auf eine Tanzfläche zu schieben, mit jedem Wort der Überredung, das auf mich herniederprasselt wird diese innerliche Blockade immer größer bis hin zu dem Gefühl der Verzweiflung.
Viele können beim Tanzen einfach frei sein, den Kopf abschalten, sich einfach so in die Rhythmen der Musik hineinfallen lassen und erleben so ihr größtes Glück.

 

Den Kopf ausschalten, sich frei bewegen und durch Bewegung das Gefühl von Freiheit und Glück zu spüren klingt für mich leider so machbar wie während eines Bungee-Sprunges Mundharmonika zu spielen und dabei Kopfrechenaufgauben zu lösen.

Grenzen entstehen im Kopf und lösen sich erst auf, wenn man bereit dazu ist, sie durch eigenen Antrieb aufzubrechen.
Im Februar startete ich mutig eine persönliche Sport-Challenge, indem ich mich der Zumbagruppe von Zumba Instructor (kurz ZIN) Susanne Mahlmann anschloss.
Getreu dem Motto "Mein Tanzbereich-dein Tanzbereich" war mir in erster Linie enorm wichtig, dass ich dort auf keinerlei bekannte Gesichter stoßen würde.
Völlig ohne diesen "Druck" von außen wollte ich mich auf diese Erfahrung einlassen und schauen, ob eine Tanzsportart mit festgelegten Choreographien etwas an meiner über Jahre hinweg entstandenen Abneigung dem Tanzen gegenüber ändern würde.

Zumba ist ein Fitnesstraining in Tanzform, das aus überwiegend lateinamerikanischen Tanzelementen besteht.
Für das Training benötigt man keinerlei Vorkenntnisse und die meisten Trainer, Tanzschulen oder Studios bieten eine Schnupperstunde an, bei der man sich selbst ein erstes Bild machen kann.

Ich fieberte meiner ersten Zumbastunde entgegen, war hibbelig, aufgeregt, das volle Programm also.
Dann war es soweit, ich traf Trainerin Susanne im Übungsraum und es war Liebe auf den ersten Blick.

 

 

 

 

Die anfängliche Unsicherheit schmolz dahin und ich konnte mich direkt auf das Training einlassen-ein erster persönlicher Erfolg.
Mir hilft es sehr, dass Susanne eine mitreißende und zugleich aufmunternde Trainerpräsenz spiegelt und sie schafft so auch für eher unsichere Tänzer eine wichtige Grundlage.
Mit der Motivation der Trainerin steht und fällt eine Gruppe. So habe ich beispielsweise ein Zumba-Probetraining einer Tanzschule angenommen. Wäre diese Stunde mein einziges und erstes Zumba-Erlebnis gewesen, hätte ich diesen Sport keinesfalls weiter ausüben wollen.

Zumba als Cardiotraining verbrennt viele Kalorien und wird dank der Abwechslung der Bewegungen und den eingängigen Beats nicht langweilig.
Zumba verändert Körper und Geist.
"Die Körperhaltung wird aufrechter, bewusster. Überhaupt macht Zumba selbstbewusst." sagt Susanne Mahlmann.
Wer einmal angesteckt ist, entwickelt ein richtiges Zumbafieber.
So reichte mir irgendwann das Training einmal pro Woche nicht mehr aus.
Ist der sportliche Ehrgeiz erst geweckt, gibt es kein Halten mehr.
Selbst beim Wohnungsputz werden die Hüften zu lateinamerikanischen Rhythmen geschwungen.

Hat mir Zumba geholfen, meine Tanzhemmung zu lösen?
Ich lege meine Blockade vor dem Training zwar ab und tanze motiviert die Choreografien nach Vorgabe mit, sie ist aber ein Teil von mir, den ich nicht einfach abstreifen kann.
Noch immer zähle ich kleiner Monk jeden Schritt ab und suche in jedem Lied die mir nötige Struktur. Den Kopf einfach abschalten und mich fallen lassen werde ich vielleicht nie beherrschen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass meine Tanzblockade mittlerweile ein klitzekleines bisschen geschrumpft ist.

 

 

Susanne hat eine Freude in mir geweckt, die ich so noch nie hatte.

Es fühlt sich an, als sei ich ein kleines tanzendes Mädchen, das die Welt um sich herum vergisst und mit geschlossenen Augen hochkonzentriert eine Tanzhaltung einnimmt.


Nichts ist mehr wichtig außer der Tanz, der einen verzaubert und berauscht.
Tanzendes Mädchen, irgendwie habe ich nach über 30 Jahren endlich begriffen, was für eine besondere und wertvolle Gabe es ist, den Kopf ausschalten zu können und sich einfach in die Musik fallen zu lassen.

 


Die Kurse von Susanne Mahlmann finden wie folgt statt:

 

Montag 19.30 Uhr-20.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Volkse

 

Dienstag 19.30 Uhr-20.30 Uhr im Vereinsheim des SV Calberlah in Calberlah

 

Donnerstag 19.00 Uhr-20.00 Uhr im Vereinsheim des SV Calberlah in Calberlah

 

Schnuppertermine können vorab vereinbart werden.

 


Dieser Beitrag enthält Werbung (unbezahlt und unbeauftragt) für Zumba Fitness. Außerdem entstand dieser Beitrag in Zusammenarbeit mit Trainerin Susanne Mahlmann, die ich in diesem Beitrag erwähne und verlinke.