Ein Wochenende auf der Veggienale & Fairgoods in Hannover

 

Im Meer schwimmt eine von uns Menschen verursachte Plastikinsel so groß wie Frankreich und sie wird täglich größer.

Der scheinbar unstillbare Hunger nach Fisch führt zur Überfischung und auch zur drastischen Reduktion unserer Artenvielfalt.

Von all den Lebensmitteln, die täglich weggeworfen werden könnte der Welthunger gestillt werden.

 

 

Dies sind nur wenige der Gedanken, die täglich wie eine Last auf mir liegen und mir ehrlicherweise auch große Angst bereiten.
Oft fehlt eine zündende Idee wie man mit alltäglichem bereits einen entscheidenden Weg einschlägt.
Hier ist jeder noch so kleine Schritt in Richtung Nachhaltigkeit wesentlich besser als ein Stillstand oder womöglich ein Rückschritt.

 

Unser Konsum im Supermarkt mag ja maßgeblich zu einer Veränderung beitragen, dem vorausgesetzt ist allerdings die Bereitschaft seine eigenen Routinen zu überdenken und aus ihnen heraus zu brechen.
Das bedeutet oft vielleicht einen Schritt aus seiner Komfortzone zu treten oder aber sich auf kreative und innovative Art Inspiration zu holen, beispielsweise auf einer Messe für einen nachhaltigen Lebensstil.

 

Um einen Einblick zu erhalten, welche Änderungen des Alltags bereits dazu beitragen einen wesentlich besseren ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen war die Veggienale & Fairgoods in Hannover eine gute Anlaufstelle für mich.
Eine Vielzahl an Ausstellern bereicherte auch dieses Jahr die Messe, zudem standen informative Vorträge auf dem Programm.

 

Ich persönlich habe es sehr genossen, mich an beiden Messetagen auf das Programm und die Menschen einzulassen.

Folgende Aspekte ummantelten den Messebesuch für mich auf besonders positive Art und Weise:

Information

Als ich hörte, dass die Veggienale & Fairgoods in Hannover stattfinden würde, habe ich zuerst geschaut, welche Fachvorträge auf der Bühne gehalten werden.
Je nachdem in welche Richtung ich mich informieren möchte, bietet ein breit gefächertes Programm auf Messen stets die Möglichkeit die Vorträge von Ernährungsprofis zu hören und demzufolge neue oft auch wichtige Informationen zur eigenen Ernährung zu erhalten.
Ob nun von Kirstin Knufmann, Dirk S. Meyer oder Niko Rittenau, viele Inhalte hallen noch immer in mir nach.
Wissenschaftlich fundierte Studien und Beispiele tragen bei mir zu einem selbstbewussteren Umgang und einer wesentlichen Stärkung an innerer Sicherheit bei.
Generell scheinen sich Menschen, die sich für eine bestimmte Ernährungsweise entscheiden auch stark mit diesem Thema auseinander zu setzen.
Die Auswahl der Referenten auf der Bühne der Veggienale & Fairgoods in Hannover empfand ich als sehr gelungen, auch wenn am Sonntag leider zwei Vorträge ausfielen.
Recht spontan oder vielleicht auch geplant konnte dafür Niko Rittenau um eine Stunde überziehen.
Wer jetzt allerdings denkt ein zweistündiger Vortrag über Ernährung würde sich wie Kaugummi ziehen, der hat Niko Rittenau noch nicht live gesehen, denn bis zum letzten Wort konnte ich nur gebannt zuhören und zwei Stunden waren schwupps vorbei.

 

 

Abgesehen vom Vortragsprogramm nutze ich eine Messe wie die Veggienale & Fairgoods um sowohl Produkte als auch deren Hersteller kennen zu lernen.
Es lohnt sich, die Menschen hinter den Marken anzusprechen und die Chance zu nutzen sich intensiv über die Besonderheit des Produktes und auch über die Herstellungsvorgänge zu erkundigen.

 

 

Ich fand es daher legitim an jedem für mich interessanten Stand zu fragen, welche Faktoren das Produkt besonders nachhaltig machen.
Ich wusste beispielsweise nicht, dass es Vollkorn-Quinoa in Bio Qualität aus deutschem Anbau gibt. So muss das Produkt nicht um die halbe Welt reisen, bis es in deiner Küche landet und ist daher wesentlich nachhaltiger als sein Verwandter aus Südamerika.
Interessant auch zu erfahren, warum bestimmte Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Flohsamenschalen in der Rezeptur einer Smoothie Bowl gelandet sind oder warum diese eine Kaffeesorte einer Rösterei aus Hannover so schokoladig schmeckt.
Erst im Gespräch erkenne ich als Konsument, wie viele Gedanken auch in den kleinsten Details stecken, wie beispielsweise das Modelabel Peaceman's daughter-son, die zertifizierte Baumwolle von "so nah wie möglich" beziehen, die Stücke in Österreich fertigen und beim Verpacken sogar plastikfreies Klebeband verwenden.
Es lohnt sich sehr die Zeit auf einer Messe zu nutzen.

An den Ständen der meisten Aussteller gibt es Kostproben, ich konnte mich von der Qualität der Produkte selbst überzeugen und natürlich Löcher in den Bauch fragen.

Umsetzung

Natürlich wollte ich auch wissen, wie ich aktiv werden kann und welche Möglichkeiten es in dieser Hinsicht gibt.
An den Ständen verschiedener Organisationen, wie z.B. Sea Shepherd, foodsharing Hannover oder Greenpeace hielt ich mich einige Zeit auf und kam mit Mitgliedern ins Gespräch.
Ehrfurcht stieg in mir auf, als mir bewusst wurde, was manche Menschen bereit sind zu geben, um unseren Planeten zu schützen.
Auf Bildern oder in kurzen Clips wird gezeigt mit welcher Zielstrebigkeit größtenteils ehrenamtliche Aktivisten vorgehen und welche Resultate aus diesem Handeln bereits entstanden.
Auch wenn man wie ich nicht zu jenen gehört, die so mir nichts dir nichts losdüsen können, um beispielsweise Fangnetze aus dem Meer zu ziehen und damit unzähligen Tieren das Leben retten, mit einer Spende und sei sie noch so klein oder dem Kauf eines Produktes können wichtige Einsätze finanziert werden.
Ich finde insbesondere die Stände der Umweltschutzorganisationen schaffen eine Transparenz der unglaublichen Stärke ihrer Aktivisten.

Begegnung

 

 

Nur wer mit ernsthaftem Interesse auf die Aussteller zugeht erfährt Details, die sonst verborgen blieben.

 


Ich traf auf mir bereits bekannte Gesichter und sprach zum Beispiel mit Danny von Vegablum über die aktuelle Debatte des Konsums von Zucker und inwiefern diese Debatte Auswirkungen auf die süßen Honigalternativen hat.
"Unser Produkt ist ein Genussmittel, wer seinen Zuckerkonsum einschränkt sollte Wonig und Vet auch eher als eine Ausnahme im Speiseplan betrachten und genießen."
Zumal sowohl die vegane Alternative als auch Bienenhonig nichts anderes als Zucker sind, mit der Ausnahme das es bei Vegablum neben dem guten Gewissen noch richtig gute Geschmacksrichtungen gibt.

 

 

Nach all den leckeren Kostproben wollte ich aber doch ein gutes Mittagessen zu mir nehmen.
Ein köstlicher Duft führte mich zum Stand von Nicole Niemeier, die ihre Rezepte in einem Buch veröffentlichte und auf der Veggienale & Fairgoods das leibliche Wohl etwas gesünder gestaltete.
Bereits am Samstag hatte ich ein Apple crumble an ihrem Stand aber die Kichererbsenbratlinge mit Sprossen und Rote Bete Dip waren grandios.
Kein Wunder, dass ich direkt ihr Kochbuch kaufte und die Gelegenheit ergriff und mich über die Besonderheit des Buches und der Rezepte erkundigte.
Die Rezepte von Nicole sind allesamt vegan und glutenfrei.
Neben den Rezepten besteht das Buch "Be one with veggie Be one with you" aus einem ausführlichen Ratgeberteil und dient außerdem als autobiografischer Teil zur Bewältigung ihrer Vergangenheit.
Gerne hätte ich noch länger mit ihr gesprochen, aber der Andrang an ihrem Stand war einfach zu groß.

 

Am Stand von Greenality, die überwiegend nachhaltige Kleidung verkaufen, sprachen wir lange darüber, wie ich den Inhalt meines Kleiderschrankes grüner und nachhaltiger werden lassen kann.
Neben Tricks wie Klamottentausch oder gebrauchte Kleidung zu kaufen sollte ich zunächst damit beginnen, mir Basics anzuschaffen, die mit möglichst vielen Teilen kombinierbar sind.

 

Die BKK ProVita als veggiefreundlichste Krankenkasse Deutschlands berät am Messestand sehr ausführlich und zeigt die Vorteile gegenüber anderen Krankenkassen. Der Vitamin B12 Test sowie alternative Heilverfahren, beispielsweise beim Osteopathen sind im Umfang des Versicherungsschutzes bereits enthalten.
Die BKK ProVita arbeitet klimaneutral, das bedeutet konkret, dass z.B. das Infomaterial bei der Umweltdruckerei auf recyceltem Papier gedruckt wurde.

 

Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
So viele durchdachte Details, die im Großen betrachtet wirklich einen Unterschied bewirken können geben mir doch noch einen Funken Hoffnung was die Zukunft unseres Planeten angeht.

Andere Blogger habe ich bisher noch nicht oft getroffen, daher war ich schon Wochen vor der Messe richtig aufgeregt.
Nina, die Seitenbetreiberin des Blogs Taynara sollte mein "Blind Date" für den Messesamstag sein. Wir verabredeten uns sozusagen "Blind" und haben uns glücklicherweise auch direkt blind verstanden.
Begegnungen wie diese machen mir immer wieder deutlich, dass wir zwar alleine für uns selbst entscheiden wie nachhaltig wir leben, dass wir aber alle gemeinsam ein großes Ziel vor Augen haben.

 

 

Mit unendlich vielen Eindrücken und schönen Momenten blicke ich zurück auf die Veggienale & Fairgoods in Hannover und hoffe, sie wird nochmals in der Nähe stattfinden.


 

In diesem Beitrag zeige und erwähne ich Personen, Produkte, Organisationen und Marken.

Hierbei handelt es sich um nicht beauftragte Werbung durch Erwähnung.