Einkauf mal anders

Im Herbst 2018 erfüllten sich drei mutige Frauen mit einem Unverpackt Laden einen Traum in Richtung Selbständigkeit. Seit der Eröffnung sind nun wenige Monate vergangen, eine Zwischenbilanz kann man zwar noch nicht ziehen aber schon beim Betreten des Geschäfts spürte ich sehr deutlich, mit wie viel Motivation und Liebe die drei Inhaberinnen ihr Ziel umgesetzt haben.
Der Laden ist hell und offen, wirkt sehr sortiert und vor Allem natürlich und reizarm.
Klaro, denn anders als im Supermarkt springen einem keine bunten Werbebanner entgegen und das fand ich sehr angenehm.

 

Angenehm empfand ich auch das sehr nette Gespräch mit Jessi, einer der Inhaberinnen von Unverpackt Burgdorf.

 

Eine bestimmte Kundenzielgruppe hatten die drei Frauen nicht im Hinterkopf als der Plan zur Gestaltung des Ladens konkreter wurde.
Neben all jenen, die aktiv daran arbeiten, den Plastikmüll zu verringern um sich selbst und der Umwelt etwas Gutes zu tun, kommen auch immer wieder von Neugier getriebene Leute in den Laden.
Ein breites Käuferspektrum soll bei Unverpackt Burgdorf, wie der Name bereits verrät, möglichst verpackungsarm einkaufen können.
Die Waren selbst werden vom Großhandel bezogen und gelangen bereits mit dem geringsten Maß an Umverpackung in den Laden.
Dort angekommen werden die Lebensmittelspender, die in den Regalen stehen, befüllt.
Lediglich Aufstriche oder flüssige Produkte wie Saft werden bereits verpackt in Gläsern bzw. Glasflaschen verkauft.

 

Eigentlich sollte ein Einkauf immer gut geplant sein, so Jessi.
Aber keine Sorge, für Spontaneinkäufer stehen in einem Regalfach leere Gläser in verschiedenen Größen, die dann befüllt werden können. Die Gläser stammen von Glasspenden, werden gründlich gereinigt und so entsteht ein "Mal nehmen-mal geben" Prinzip.

"Wie genau funktioniert ein Einkauf im Unverpackt Laden?", fragte ich mich bereits einige Tage vor meinem Besuch in Burgdorf.
Einerseits wollte ich gut vorbereitet sein, andererseits wollte ich die neuen Eindrücke unvoreingenommen auf mich wirken lassen.
So packte ich ein paar Gläser in meinen Korb und ließ mich überraschen.


Das leere, zu befüllende Glas wurde auf einer Waage gewogen und das Gewicht notierte ich auf dem Glas.
Am Spender mit dem gewünschten Lebensmittel angekommen "zapfte" ich mir die nötige Menge ins Glas, welches abzüglich des Leerglasgewichtes an der Kasse abgewogen und berechnet wurde.
"So ungefähr muss es früher im Dorflädchen gewesen sein" denke ich und in meinem Gesicht entsteht ein kleines Freudenlächeln.

Mein Einkauf wurde durch die eigene Tätigkeit zu einem Erlebnis.


Nun ist ein Unverpackt Laden in der heutigen Zeit weitaus notwendiger als ein netter Zeitvertreib oder ein tolles Erlebnis zu sein.
Plastik scheint zur Zeit in aller Munde, ein wichtiges Thema das endlich erkannt wird.

Das Thema Müll und Recycling beschäftigt uns Menschen bereits eine ganze Weile. Selbst zu meinen Grundschulzeiten vor 30 Jahren gab es Umwelt AGs und Recycling.
Dramatisch wurde es allerdings erst vor Kurzem, als die ersten Mikroplastikteilchen im Menschen entdeckt wurden.
Diese Entdeckung erschütterte so sehr, dass die Öffentlichkeit nun endlich wachgerüttelt wird.

Einwegprodukte wie Wattestäbchen oder Strohhalme werden bald hoffentlich nur noch in unserer Erinnerung existieren.
Damit ist allerdings nur der erste, winzige Schritt getan.
Letztlich sitzen wir alle im selben Boot und ganz ehrlich möchte ich die Aussicht gerne irgendwann einmal genießen können, ohne Inseln aus Plastik die in unseren Meeren schwimmen und ohne das Leid der Meeresbewohner ansehen zu müssen, die an UNSEREM Plastikmüll elendig verenden.

 

Keiner wird es schaffen von heute auf morgen komplett auf Plastik zu verzichten. Panikmache wird im Grunde auch nicht unbedingt dazu führen, dass sich möglichst viele Menschen auf umweltschonendere, verpackungsarme Produkte umstellen.
Es wird allerdings höchste Zeit, dass jeder einen Teil zu unser aller Zukunft beiträgt, nur wie und wo fange ich da an?
Als Einstieg bieten sich, so Jessi, kleine Veränderungen im Bad an.
Von festen Shampoos oder Deos bis hin zur kompostierbaren Bambuszahnbürste, es scheint recht unkompliziert diese Produkte auszutauschen.
Auch der Verzicht auf Einwegprodukte, wie beispielsweise Abschminktücher ist denkbar schnell umsetzbar.
Ich werde mal durch meine Räume marschieren und überlegen, welche Produkte ich gut tauschen, auf welche sogar verzichten kann.

Unverpackt Läden können wesentlich zur Reduzierung von Müll, insbesondere Plastikmüll, beitragen und helfen so unsere Umwelt zu erhalten.
Jeder Einkauf setzt ein Zeichen, auch deiner!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Unverpackt Burgdorf und enthält Werbung.