Es ist für uns eine Zeit angekommen

"Es ist für uns eine Zeit angekommen die bringt uns eine große Freud" grölten zwei Mädels in der Puppenecke während sie Puppenmamas spielten.

Die Kinder scheinen sehr empfänglich für altes Liedgut zu sein und in Anbetracht der Tatsache, dass wir das klassische Adventslied natürlich nicht im Herbst singen sondern tatsächlich zu "seiner Zeit", sind diese Lieder sehr stark verinnerlicht, verknüpfen sie doch in den Kinderköpfen die Erinnerung an die bevorstehende, fröhliche Weihnachtszeit, die überwiegend mit positiven Emotionen einhergeht.

Aber diese Bemerkung nur am Rande.

 

Der Gesang der Kinder wurde in meinem Kopf von Bildern eines Videos ergänzt, das ich am Tag zuvor angesehen hatte, einem kurzen Bericht über die Vermüllung unseres Planeten.

Dieses Zusammenspiel aus gesungenen Worten und den Bildern vor meinem inneren Auge, beschäftigte mich eine ganze Weile.

 

"Worauf können sich Generationen von Morgen wirklich freuen?", frage ich mich oder noch deutlicher gesagt "Was bürden wir unseren Nachkommen alles auf?".

 

Dabei liegt die Zukunft in unserer Hand. Wir selbst gestalten das globale Problem mit unserem eigenen Tun und zwar heute, jetzt! 

Mit unseren mitunter recht kleinen Entscheidungen im Alltag können wir viel bewegen.


Die in Plastik eingehüllte Salatgurke als ein Discounter-Bio Produkt enthält dann vielleicht keinerlei Giftstoffe, die zum Wachstum beitragen sollten, erzeugen aber für alle Lebewesen gefährliches Mikroplastik. Da hat also keiner etwas gewonnen.

Mir wird schlecht, wenn mir die Verpackungsberge bewusst werden, die ein einziger Einkauf erzeugen kann.

 

Auch ich selbst schaffe es bis heute leider nicht plastikfrei einzukaufen, wenn ich doch stets sehr bemüht bin den Verpackungswahnsinn stark zu reduzieren.

 

"Was soll einer alleine schon bewirken?" könnte ich manchmal verzweifelt herausschreien und die Antwort knallt mir wie eine Ohrfeige ins Gesicht.

„Da steht sie wieder und denkt, sie könne mit einer Bambus Zahnbürste die Welt retten!“, denkt so mancher aus dem Bekanntenkreis und ich spüre die belächelnden Blicke ganz deutlich.

Einer alleine kann tatsächlich nicht viel bewirken, aber die Kraft der eigenen Überzeugung kann weite Kreise ziehen.

Von Belächelungen lasse ich mich nicht verunsichern, denn ich weiß genau wofür mein Herz schlägt, jedenfalls nicht für Plastikmüll.

Täglich blicke ich in die Gesichter unserer Zukunft und ich weiß, dass der Müll nur eines von vielen Problemen darstellt, dem sie gegenüber stehen werden. 


Wohin mit all dem Müll? Wohin auch mit dem Abfall aus den Reaktoren? Und wohin mit all den Schlitten, die dank des Klimawandels hier in Deutschland keiner mehr brauchen wird? 

Die Jugend von heute kennt keine Musikkassetten mehr. Die Jugend der Zukunft wird keine Eisbären kennen.


Ich bin mir sicher, dass wir alle zusammen viel erreichen können, auch wenn jeder nur eine Kleinigkeit in seinem Alltag verändert.

 

Eine fleischfreie Mahlzeit mehr, ein regionales Produkt, einmal öfter zu Fuß unterwegs sein, den Einkauf bewusst planen und gestalten, einfache Angewohnheiten wie diese (und noch Tausend andere) könnten eine nötige Wende bringen. 

Nur dazu müssten auch jene aufstehen und umdenken, die bislang nur dann viel Energie aufbringen konnten, wenn etwas möglichst kostenlos war oder mit wenig Anstrengung verbunden.

 

Es ist für uns alle eine Zeit angekommen!

Eine Zeit, in der wir mehr Verantwortung für unser Handeln tragen müssen.

Eine Zeit, in der wir aufhören müssen, stets an unseren eigenen Luxus zu denken.

Eine Zeit, etwas zu verändern, damit wir in Zukunft nicht bereuen müssen, was wir heute nicht getan haben.


Unsere Kinder werden es uns danken, denn sie wollen sich freuen über eine unbeschwerte Zukunft.