Über den Wolken....

Das Abenteuer "New York" begann bereits vor dem Erreichen der USA.

Zwischen Gefühlschaos und Aufregung erfüllte sich ein kleiner großer Traum und ich durfte eine United Airlines Flugbegleiterin in einem Kurzinterview befragen.

 

Auch wenn ich United Airlines in diesem Artikel so lobenswert erwähne (Werbung durch Erwähnung), die Eindrücke dieses Blogartikels spiegeln meine persönliche Meinung und wurden von United Airlines weder gesponsert noch bezahlt.

 

Trotzdem "Danke" an United Airlines-ihr habt so tolles Personal!


Strahlend vor Glück leuchteten meine Augen und ein wohlig aufgeregtes Kribbeln strömte durch meinen Körper als ich, ähnlich der kindlichen Vorfreude auf Weihnachten, nicht auf einen Adventskalender blickte sondern auf meine Countdown App.

 

Noch 19 Tage...ich konnte mein Glück kaum fassen.

Endlich nach vier langen Jahren sollte es endlich wieder Richtung Herzheimat gehen.

Dieses Mal jedoch in völlig anderem Setting, dieses Mal kein "echter" Urlaub, dieses Mal nur ich ganz alleine, dieses Mal für drei Wochen und dieses Mal nach New York.

Schon komisch, dass ich immer so sehr an mir selbst zweifele, wo ich doch mutig genug bin, alleine über den großen Teich zu fliegen.

 

Von der Fahrt nach Berlin über ein veganes Essen an Bord, ESTA-Visa bis hin zur Unterkunft.

Im Vorfeld gab es noch einiges zu organisieren.

Bei all der Planerei bemerkte ich kaum, wie schnell meine Countdown App die Tage runterzählte.

Endlich war er da, der Tag der Abreise: "Start spreading the News. I'm leaving today...." klang es in Dauerschleife in meinem Kopf.

Am Tag der Abreise war ich sehr emotional und so ging es mit gemischten Gefühlen nach Berlin.

Die Sehnsucht nach Amerika ist ja grundsätzlich in meinem Herzen und nun stand ein dreiwöchiger Aufenthalt unmittelbar bevor, ich konnte es kaum realisieren, dass sich eine solch großartige Tür für mich auftun sollte.

Nicht nur aufregend positive Gefühle machten sich in mir breit, bereits bei der Abfahrt vermisste ich meinen Lieblingsmenschen.

So lange alleine zu sein war ich gar nicht mehr gewohnt.

Fragen bäumten sich in mir auf und ließen schließlich Zweifel wachsen.

Was, wenn ich zu hoch gepokert hatte und ich den anstehenden Herausforderungen nicht gewachsen war?

Was, wenn mein kleines Airbnb Zimmerchen ein Messi Alptraum war?

Was, wenn ich bei der Bestellung meiner Sondermahlzeit im Flugzeug etwas  falsch gemacht hatte und nun nichts zu essen bekam?

 

 

 

Letztere Sorge wirkt natürlich winzig klein und verhungert wäre ich wohl auch nicht, denn ich hatte einige vegane Snacks dabei, aber irgendwie wollte ich es auch wissen.

Bekomme ich im Flugzeug meine vegane Extrawurst?

-Ich bekam sie!

 

Es ist ja wirklich erstaunlich, auf wie viele Sonderwünsche eine Airline eingehen kann, wenn es um die Verpflegung an Bord geht. 

Auch wenn Sonderwünsche völlig legitim sind und von jedem in Anspruch genommen werden können, war mir dennoch bewusst, dass Sonderwünsche auch immer ein kleiner Extra-Aufwand für das Personal bedeuten.

Um nicht sofort als Miss Sonderwunsch abgestempelt zu werden, packte ich bereits zu Hause eine kleine Goodie Bag mit veganen Süßigkeiten für die Flugbegleiter und drückte sie mit entschuldigendem Blick beim Boarding direkt der ersten Flugbegleiterin in die Hand.

Die Freude war groß und unter dem Flugpersonal wurde ich von dem Moment an "the Lady who gave us the chocolates" genannt.

 

Auch wenn sich mein Gefühlswirrwarr einfach nicht sortieren ließ, so habe ich den Flug mit United Airlines doch sehr genossen.

Ganz in Ruhe zappte ich durch das Bordprogramm, schaue einen Film und aß ein schmackhaftes veganes Essen.

Ein großer Beitrag zu meinem Wohlbefinden bestand allerdings in der sehr professionellen und freundlichen Art der Flugbegleiter.

"Könnte ich mir selbst vorstellen über den Wolken zu arbeiten?" fragte ich mich.

Ich muss sagen, es würde mich definitiv reizen, mal hineinzuschnuppern. Ich bewundere es zutiefst, wie flexibel und weltoffen diese Menschen sind und möchte mich herzlichst bedanke, dass sich die Möglichkeit ergab, dem Personal in einem Kurzinterview einige Fragen zu stellen.

Flugbegleiterin Gidget  (leider habe ich in all der Aufregung kein Foto gemacht) lud mich in den Servicebereich, die Galley ein um mit mir zu reden. Von Herzen vielen lieben Dank an Gidget, die seit 28 Jahren über den Wolken arbeitet!

 

Um die Welt zu reisen muss einer der coolsten Parts im Berufsleben des Flugpersonals sein. Für Flugbegleiterin Gidget betrug die Layoverzeit in Berlin 25 Stunden. Diese Zeit nutzt sie gewöhnlich für Museumsbesuche, Ausstellungen und Shopping. Berlin hat sie sehr genossen.

 

Auf die Frage, ob Flugbegleiterin ihr Traumberuf sei antwortete Gidget mit einem ganz klaren "Ja!".

Auch ich kann gut nachvollziehen, jeden Tag einer Aufgabe nachzugehen, die einen erfüllt.

 

Die wichtigsten Fähigkeiten einer Flugbegleiterin sind in Gidgets Augen Geduld, Flexibilität und gesunder Menschenverstand.

 

Die Ausbildung zur Flugbegleiterin betrug bei Gidget 6-7 Wochen, dieser Zeitraum hängt jedoch von der Airline ab.

 

Als Teil des Flugpersonals lernt man mit jedem Trip komplett neue Kollegen kennen. Ich stelle mir das ziemlich schwierig vor. Gidget hat sich daran aber bereits gewöhnt und hat keine Probleme damit. Manchmal trifft man schließlich doch ein bekanntes Gesicht. Der Arbeitsplan ist völlig anders organisiert als mein festgelegter Stundenzettel. Flugbegleiter bei United Airlines  haben die Möglichkeit, auf verschiedene Strecken zu bieten. So besteht  sowohl die Chance auf nationale als auch internationale Strecken und Trips.

 

Gidget und ein weiterer ihrer Kollegen erzählen von den besten und schlimmsten Erlebnissen des Berufs und ich muss sagen, zwischen der Geburt eines Babies über starke Turbulenzen, medizinische Notfälle bis hin zum Dahinscheiden eines Passagiers, schnell wird mir bewusst, dass Flugbegleiter eben nicht einfach Servicepersonal über den Wolken sind, hier sind Nerven aus Stahl gefragt und irgendwie erinnert mich der Inhalt dieses Gesprächsthemas an meinen eigenen Beruf. Irgendwie ist man verantwortlich für alles.

 

Über den Wolken zu arbeiten und die Welt entdecken sind wohl die schönsten Inhalte im Berufsalltag eines Flugbegleiters. Was aber ist der härteste Part des Berufes?

Die Familie über mehrere Tage hinweg zurücklassen ist hart. Außerdem muss sich der Körper ständig an die Zeitzonen anpassen, das kann sehr anstrengend sein.

 

Im Bereich Make-up gibt es von Gidget folgenden Profi-Tipp: Handcreme, Feuchtigkeitscreme und leichtes Make-up.

 

Zu guter Letzt mal "Butter bei die Fische" (darf ich das als Veganer überhaupt sagen???). Sicherlich gibt es Passagierverhalten, das dich als Flugbegleiterin total nervt. Welches Verhalten sollte ich mir als Passagier also schleunigst abgewöhnen?

Gut, dass Gidget nicht "vegane Sondermahlzeiten" gesagt hat.

Natürlich ist es zeitaufwändig, als Flugpersonal ständig wegen Kleinigkeiten gerufen zu werden. Gidget sieht allerdings eine weitere Angewohnheit von Fluggästen nicht gerne.

Passagiere, die barfuß sind oder sogar barfuß oder in Socken zur Toilette gehen.

Eine Flugzeugtoilette ist schließlich ein gut besuchtes Örtchen. Hygienischer ist daher natürlich, seine Schuhe zu tragen.

 


Ich hoffe, ich werde bald wieder mit United Airlines unterwegs sein. Trotz holpriger Landung wegen des Sturmes in New York war das Essen und auch der Service absolut empfehlenswert. Danke, dass mein Abenteuer dank United Airlines bereits so unglaublich gut startete.