Die hohe Kunst

Wodurch ich Eier ersetze und warum ich ungerne fertige Ersatzprodukte benutze?

In diesem Artikel erfahrt ihr mehr.

Außerdem habe ich endlich eine Verwendung für unsere Eierbecher gefunden...hihi!


Die hohe Kunst

Letztens hatte ich ein interessantes Mittagspausengespräch.

Eine Kollegin sagte, dass sie oft das Gefühl hat, Veganer würden sich mit all den Ersatzprodukten doch nur selbst betrügen. Ob man sich und seiner Gesundheit etwas Gutes tut, nur damit man sich keine tierischen Inhaltsstoffe einverleibt, hielt sie für fragwürdig.

 

Ehrlich gesagt geht es mir auch so. Ihre Aussage entspricht auch meinen Gedanken zu dem Thema, was sie wiederum überraschte.

 

Aufgrund verschiedener Lebensmittelallergien habe ich schon immer darauf geachtet alle Gerichte mit "echten" Lebensmitteln zuzubereiten.

Irgendwelche Fabrikpülverchen, aus denen laut Werbeversprechen deliziöse Soßen für Nudelgerichte oder Gratins entstehen, muss ich bis heute generell meiden, will ich keinen Hautausschlag riskieren.

Ich kenne es also nicht anders als größtenteils auf Fertigprodukte zu verzichten. Um Eier zu ersetzen, bleibe ich meinem Grundsatz treu, nur "echte" Lebensmittel zu verwenden.

 

Ein Päckchen Ei-Ersatz Pulver befindet sich zwar im Küchenschrank, war aber ein Geschenk und wurde bisher nicht gebraucht....

 

Wenn ich mir die Inhaltsstoffe ansehe, weiß ich auch warum:

Backtriebmittel Kalziumkarbonat, Palmöl, Methylcellulose, Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren und Xanthan.

Bevor ich also mein Wörterbuch für chemische Lebensmittelzusätze rauskrame, kann ich es mir auch viel einfacher machen.

Der Einstieg ins vegane Kochvergnügen mag eine kleine Hürde für manche sein. Hat man die Hürde allerdings überwunden, ist der Sprint bis ins Ziel zur Routine geworden.

 

In süßen Backwaren wie Kuchen und Gebäck kann ein Ei durch eine halbe Banane oder 75ml Apfelmus, bzw. Apfelmark ersetzt werden und ganz nebenbei kann so durch Banane oder Apfelmus sogar noch Zucker und Fett reduziert werden.

Bisher habe ich Eier am Häufigsten durch Banane ersetzt und ich war mit dem Ergebnis bislang sehr zufrieden.

Einmal hatte ich wirklich etwas Pech und der "Pineapple upside down cake" für den Geburtstag einer lieben Freundin  hatte eine sehr gummiartige Konsistenz angenommen.

 

Eine weitere Methode, die ich sehr oft anwende, da die Speisen dann keinen Bananengeschmack annehmen ist der Austausch eines Eis durch gemahlenen und gequollenen Leinsamen.

Durch Leinsamen lässt sich auch gut mehr als nur ein Ei ersetzen. Hierfür mahle ich pro Ei 2 Esslöffel Leinsamen und übergieße das Leinsamenmehl mit gut 5 Esslöffeln heißem Wasser. Nach ca 5-10 Minuten Quellzeit gebe ich den Leinsamen zum Teig.

 

Letztens habe ich in einem Waffelrezept die Eier durch gequollene Chiasamen ersetzt. Dafür habe ich pro Ei einen Esslöffel Chiasamen in 80ml Flüssigkeit quellen lassen.

Im Internet finden sich noch viele weitere Möglichkeiten, die ich bisher allerdings nicht ausprobiert habe, z.B.

 

-3 Teelöffel Erdnussbutter

oder

-2 Esslöffel Sojamehl und 2 Esslöffel Wasser

oder

-75g Seidentofu

oder

-1 Esslöffel Agar Agar und 1 Esslöffel Wasser

pro Ei.

 

Ich kann die Aussage meiner Kollegin nachvollziehen. Es gibt so viele Ersatzprodukte, die zig unbekannte Inhaltsstoffe enthalten und eigentlich ein Kunstwerk aus dem Labor sind.

 

Meine eigene Kunst besteht allerdings darin, aus "echten" Zutaten das ein oder andere Meisterwerk entstehen zu lassen.